19. Juli 2018

Jean-Claude Juncker beim NATO-Gipfel Der Pressesprecher war nüchtern

Politik ohne Ischias ist ohne Training nicht möglich

von Kurt Kowalsky

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Bildquelle: Ververidis Vasilis / Shutterstock.com Völlig gesund: Jean-Claude Juncker

Ein Sprecher der EU-Kommission dementierte nüchtern die Falschmeldungen der Schmierenpresse, dass ihr Präsident Jean-Claude Juncker beim NATO-Gipfel betrunken gewesen sei. Juncker sei vielmehr von einer besonders schmerzhaften Ischias-Attacke geplagt worden.

Die Bemerkung des niederländischen Ministerpräsidenten Mark Rutte, der EU-Kommissionspräsident habe keine ernsthaften Gesundheitsprobleme, ist erst vor dem Hintergrund verständlich, dass Rutte die Alkoholfahne des „Kranken“ roch und davon ausging, dass Juncker irgendwann mal wieder nüchtern würde. Juncker selbst ist da allerdings anderer Meinung und ließ verlautbaren, er werde im kommenden Jahr nicht für eine zweite Amtszeit antreten.

Wir empfehlen dem nüchternen Pressesprecher das oberflächliche Studium einer Ischialgie. Sie mag manche Ursache haben, doch die Symptome sind für die davon Betroffenen eindeutig. Sie wehren keinesfalls angebotene Hilfe mit rudernden Armen und lachend ab, da der Schmerz in diesem Augenblick alles dominiert. Juncker ruderte aber lachend mit beiden Armen um sich. Genauso wie jeder andere Betrunkene in Selbstüberschätzung Hilfe abwehrt, da er meint, selbst laufen zu können.

Bemerkenswert an dieser Geschichte ist, dass der Pressesprecher nüchtern war. Denn Alkoholismus ist unter der Journaille mindestens genauso weit verbreitet wie unter dem Lumpenpack der Politiker. Wer die einschlägige Berliner Kneipenszene kennt, wird dies bestätigen können.

Die Sowjetunion ist bekanntlich daran untergegangen, dass der damalige Generalsekretär Gorbatschow den Alkoholikern im Politbüro das Saufen verbot. Analog droht der EU-Kommission diesbezüglich also keine Gefahr.

Gewöhnlich gut unterrichtete Kreise sehen einen Zusammenhang zwischen dem Grad der Korrumpierbarkeit und dem Alkoholspiegel. Nur besoffen kann man die Erkenntnis ertragen, dass man lediglich noch ein Hampelmann der jeweiligen Interessenvertreter ist. Mag sein.

Tatsache ist jedoch: Wäre der gesamte Haufen auf diesem NATO-Gipfel von einer derartigen Ischialgie übermannt worden, solange sie nicht eingepisst die Arme zum Hitlergruß erhoben hätten, wäre alles in bester demokratischer Ordnung.

Die Arroganz der Macht übertrumpft jede vorhandene Regung des Anstands, der Scham oder Angst vor Schande. Nur überboten von der Einfalt derjenigen Akteure im Volk, die im guten Glauben an die Verbesserungsfähigkeit der Zustände immer noch politisch aktiv sind.

Da jedoch die meisten Systemtrottel, so ein Insider, bereits im Ortsverband einer Partei von schmerzhaften Ischias-Attacken geplagt werden, enden derartige Karrieren frühzeitig. Politik ohne Ischias ist ohne Training genauso unmöglich wie Saufen, ohne zu kotzen. (Die Redaktion verweist auf das herrschende Rauchverbot und darauf, dass es in der Nacht draußen dunkel sein kann.)

Dieser Artikel erschien zuerst auf der Facebook-Seite des Autors.


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